Junge Union Bayern (JU)

Am 11. und 12. Januar 1947 versammelten sich etwa 100 Delegierte im Regensburger Kolpinghaus zur Gründung der Jungen Union. An die Spitze wurde ein dreiköpfiger Landesrat gewählt, der aus Rudolf Birkl, Franz Steber und Otto Schedl als gleichberechtigten Vorsitzenden bestand. Gleichzeitig konstituierte sich in Regensburg auch das "Parlament der Jungen Union" (PdJU), dessen  Fraktionen aus den gewählten Vertretern der Bezirksverbände bestanden. Nach englischem Vorbild wählte man mit Hanswolf Haunhorst einen Parlamentssprecher.

Schon eine Woche später gründete sich die Junge Union Deutschlands. An der „Deutschlandtagung“ vom 17. bis 21. Januar 1947 in Königstein im Taunus nahmen insgesamt 59 JU-Vertreter aus den drei westlichen Besatzungszonen teil. Den Vertretern der sowjetischen Zone war die Teilnahme untersagt worden. Die bayerischen Teilnehmer waren Franz Steber, Otto Schedl, Rudolf Birkl, Franz Xaver Butterhof, Heinz Franke, Hanswolf Haunhorst, Fritz Höhenberger, Sepp Hort und Richard Stücklen. Zum ersten Bundesvorsitzenden wurde der Düsseldorfer Journalist Bruno Six gewählt. Die Organisation erfolgte nicht nach zonalen Verbänden, sondern dem föderalistischen Prinzip folgend nach Landesverbänden. Die JU Bayern organisierte sich künftig als eine Arbeitsgemeinschaft in der CSU und bildete als Landesverband der JU Deutschland eine starke Klammer zwischen CDU und CSU.

Die Junge Union Bayern gliedert sich (Stand 29.7.2019) in zehn Bezirks-, 107 Kreis- und 757 Ortsverbände. Sie folgt mit ihrer Organisation wie die CSU der staatlichen Gliederung Bayerns und hat sich deshalb auch allen durch die Gebietsreformen bewirkten Änderungen angepasst. Mit ca. 22.500 Mitgliedern ist sie die größte politische Jugendorganisation in Bayern*. Die Mitgliedschaft in der JU ist auf ein Mindestalter von 14 Jahre und ein Höchstalter von 35 Jahren (1969 wurde das Höchstalter von 40 auf 35 Jahre gesenkt) beschränkt.

Schon in ihrer Satzung vom 2. März 1947 und in ihrer Geschäftsordnung vom 8.11.1952 formuliert sie ihre Aufgabe, den politischen Nachwuchs an die CSU heranzuführen, ihn politisch zu schulen und zu bilden und die Interessen der jungen Generation in der CSU und in der Öffentlichkeit zu vertreten. Seit 1968 definiert auch die die Satzung der CSU unverändert den Auftrag für ihre Nachwuchsorganisation: "Die Junge Union Bayern hat als Nachwuchsorganisation der CSU die besondere Aufgabe, die junge Generation an das politische Leben heranzuführen und sie zur Mitarbeit in der Partei zu gewinnen." Der politischen Arbeit im kommunalen Bereich maß die JU traditionell einen besonders hohen Stellenwert zu.

*Zahlen aus: Thomas Huber, Die Balance zwischen Kontinuität und Wandel: Die Arbeitsgemeinschaften und Arbeitskreise der CSU, in: Martin Sebaldt/Gerhard Hopp/ Benjamin Zeitler (Hrsg.), Christlich-Soziale Union. Politisches Kapital und zentrale Herausforderungen der CSU im 21. Jahrhundert, Wiesbaden 2020, S.185.

Zur Geschichte der JU Bayern: Zukunft einer Volkspartei. 50 Jahre Junge Union Bayern, hg. v. JU Bayern, Grünwald 1997.

Vorsitzende