Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft (CSA)

 

 

Gründung 

am 22. März 1947 als "Arbeitnehmergruppe in der CSU" in Nürnberg

am 2. Mai 1953 als "Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft" (CSA) in München

 

Die CSA als Interessenvertretung von Arbeitnehmern, Rentnern und Menschen mit Behinderung in der CSU versteht sich als "sozialer Motor" der Partei, zuständig für Fragen der Sozial- und Arbeitspolitik und deshalb laut Geschäftsordnung als "Forum für den Austausch von Informationen und der Entwicklung von Ideen zu den Themen Arbeit, Soziales, Familie und Gesellschaft".

 

Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit fand am 22. März 1947 die „1. Bayerische Landeskonferenz der Arbeitnehmer in der CSU“ im Ratskeller in Nürnberg statt. Heinrich Krehle wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Ihm stand das kurz zuvor eingerichtete „Landessekretariat der Arbeitnehmer in der CSU“ zur Verfügung, um im Sinne der Arbeitnehmer wirken zu können. Konnten zunächst noch bayernweit Erfolge eingefahren werden, wurden schon bald die Finanzmittel knapp, so dass man seinen Einfluss nur mehr schwerlich weiter ausbauen konnte.
Mit dem 2. Mai 1953 kam die Wende, als sich die „Arbeitnehmer der CSU“ wortstark zurückmeldeten und die heutige „Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft (CSA)“ im Münchner Kolpinghaus gründeten. Diese Aktion wurde von Heinrich Krehle und dem Landessozialsekretär Hans Stützle initiiert und zum Erfolg geführt.

In den ersten Jahren waren die wichtigsten politischen Erfolge der nunmehr 1.200 Mitglieder starken CSA vor allem die Einführung des Kindergeldes für das zweite Kind und Rentenverbesserungen. 1958 wurde in Regensburg Georg Lang als Nachfolger Krehles gewählt. Er legte seine Schwerpunkte vor allem auf den Jugendarbeitsschutz und die Regelung der Arbeitszeiten für Beamte sowie die Krankenversicherung und das Betriebsverfassungsgesetz. Im Mai 1963 wurde Hans Schütz zum Landesvorsitzenden der nun 6.000 Mitglieder starken CSA gewählt. Unter ihm verabschiedete die CSA 1968 in Bamberg ihr erstes “Grundsatzprogramm“, in dem vor allem die Familie als Mittelpunkt der Gesellschaft den wichtigsten Platz einnahm.
Nach Schütz übernahm Dr. Fritz Pirkl den Landesvorsitz. Er lenkte den Arbeitsschwerpunkt der CSA auf die Themen Familie und Finanzmöglichkeiten für Arbeitnehmer. Unter seinem Vorsitz wuchs die Mitgliederstärke der CSA auf 16.000 an. Sie bildete damit die drittstärkste Arbeitsgemeinschaft der CSU.
Sein Nachfolger Peter Keller, im Juli 1989 in Neu-Ulm gewählt, legte die Schwerpunkte auf Pflege und Versicherung und konnte damit viele Erfolge für die Arbeitnehmer verbuchen. Dessen von April 2000 bis 2008 amtierender Nachfolger Horst Seehofer setzte mit der Parole „Kinder sind die Zukunft“ neue Akzente. Kinderbetreuung und Familiengeld sowie die Kopplung des Arbeitslosengeldes an die Beitragszahlung waren die Themen seiner Amtszeit. Gabriele Stauner wurde 2008 für zwei Jahre die erste Frau an der Spitze des CSA. Ihr folgte von 2010 bis 2018 Joachim Unterländer. Der Vorsitzende des Sozialausschusses im Bayerischen Landtag konnte durch seinen Einsatz in den Themenbereichen Arbeit, Familie und Soziales mit der Mütterrente, der Pflegereform und dem Mindestlohn wichtige Erfolge für die Arbeitnehmer verbuchen. Seit November 2018 amtiert Volker Ullrich als Vorsitzender des CSA. 2019 hatte die CSA ca. 4.300 Mitglieder.
Dazu Fabian König, Ist die CSU die Partei der "kleinen Leute"?

Zur Geschichte der CSA: Thomas Walker, Die Arbeitnehmer-Union in der CSU. Geschichte und Strukturen der CSA von 1953 bis 1990 (Berichte und Studien der Hanns-Seidel-Stiftung Bd.80) München 2000

 

Vorsitzende